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Westdeutsche Zeitung, 03.05.2006

Botschafter Wuppertals

Sechs Unternehmer leihen der Stadt ihr Gesicht und werben bei Investoren für den Standort

Von Klaus Koch

Die Stärken einer Stadt glaubwürdig so vermitteln, dass ein auswärtiger Unternehmer überzeugt werden kann, sich in Wuppertal niederzulassen. Das ist die Aufgabe der Wuppertal-Botschafter. Eine Funktion, die nach Auffassung der Wuppertal Marketing GmbH, die das Projekt initiiert, offenbar Unternehmer erfolgreicher wahrnehmen können als zum Beispiel Politiker.

Deshalb handelt es sich bei den gestern ernannten Wuppertal-Botschaftern, die der Stadt quasi ihr Gesicht zur Verfügung stellen, auch ausschließlich um Unternehmer. Klaus Altenrath, Bernd Bigge, Vok Dams, Andreas Martin, Markus von Blomberg und Beate Winklewsky sollen mit ihrer Präsenz „ Wuppertal wieder auf den Radarschirm potentieller Investoren bringen „, wie Georg Sander, Geschäftsführer der Wuppertal Marketing GmbH, erklärte.

Er hob hervor, dass die Stadt mit den Wuppertal-Botschaftern ein weiteres gewichtiges Instrument habe, um die Stärken des Standortes sowohl nach innen wie nach außen zu transportieren. Zu diesen Instrumenten gehören unter anderem der Wuppertaler Wirtschaftspreis, die von zigtausenden Wuppertalern besuchte Veranstaltung 24 Stunden live, bei der Unternehmen die Tore für Besucher öffnen, sowie das monatlich stattfindende „Business Breakfast“ als Plattform bei der sich Unternehmer treffen.

Oberbürgermeister Peter Jung nannte die Chance zu persönlichen Kontakten vielversprechender als jede Hochglanzbroschüre. Vor allem aber sei ohnehin keine andere als eine optimistische Haltung denkbar. „ Jammern hilft uns nicht weiter „, so der Oberbürgermeister.

Auf den Punkt brachte Colja M. Dams als Gastgeber ein Anliegen des Projektes gleich bei der Begrüßung zur feierlichen Urkundenverleihung: „Schön haben wir es hier in Wuppertal doch alle“.

www.wuppertal-botschafter.de
Akteure

Die am Projekt Wuppertal-Botschafter teilnehmenden Unternehmer und Führungskräfte wollen bei dieser Aktion vor allem für den Standort werben. Sie verschicken Mailings, empfangen Vertreter der Presse, sind die Ansprechpartner für ansiedlungswillige Unternehmen und möchten Existenzgründer davon überzeugen, ihr Glück in Wuppertal zu versuchen. Dabei sollen die Botschafter ganz unterschiedliche Unternehmertypen repräsentieren. Dazu zählen längst etablierte „Global Player“ ebenso wie Gründer und kreative Mittelständler. Gestern erhielten die ersten sechs Botschafter ihre Ernennungsurkunde. In den kommenden Jahren sollen es aber noch deutlich mehr werden, um ein Netzwerk zu errichten.