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Westdeutsche Zeitung: 4. August 2006

Die Standortfaktoren: Reden, hören, sehen

Wirtschaftskommunikation heißt eines der Zauberwörter, wenn es darum geht, die Stadt positiv zu vermarkten und dafür auch Mitstreiter zu gewinnen.

Wuppertal. Noch in den 80er Jahren so erzählen es manche Unternehmer immer wieder gerne wurden die Firmen in der Stadt mitunter wie Verbrecher behandelt. Diese Firmeninhaber und Geschäftsführer dann auch noch miteinander zu vernetzen, Plattformen zu schaffen, auf denen sie einanderer treffen und gemeinsam Dinge aushecken können, daran hatte früher niemand Interesse. Genau das hat sich völlig geändert und auf diesem Feld wird aller Voraussicht nach weiterhin viel in Bewegung sein.

Vernetzen als Existenzfrage

Die Vernetzer jedenfalls haben nicht nur bereits viele Unternehmer zusammen gebracht, sie haben die dicksten Brocken sogar noch vor sich. Beispielsweise die Tatsache, dass das Wissen über die heimische Wirtschaft nie so groß war wie derzeit, ist ein Verdienst dieser Vernetzungs- und Kommunikationstätigkeit.

Längst versucht man, die Unternehmer der Region miteinander in Verbindung zu bringen, damit diese Nutzen daraus ziehen können. Wirtschaftskommunikation heißt das eingebettet in zahlreiche weitere Marketingaktivitäten mit und rings um die Wuppertal Marketing GmbH.

Die Bindung an die Heimat.

Wer da mit wem redet? Eigentlich jeder mit jedem. Das Marketing mit lokalen Firmen, die Unternehmen untereinander und mit der Öffentlichkeit, das Marketing mit auswärtigen Firmen, Medien und Standortentscheidern. Und warum das alles? Damit die Akteure vernetzt sind, damit die Standortstärken (und die muss man nach Überzeugung von Marketing-GmbH-Geschäftsführer Georg Sander nicht erfinden) bekannt werden, damit die Unternehmen stärker an den Standort gebunden werden, sogar als Botschafter gewonnen werden können. Alles Umstände, die es ebenfalls erleichtern, Sponsorengelder einzuwerben.


Die Instrumente

Zahlreiche unterschiedliche Plattformen für die Wirtschaftskommunikation gibt es bereits: Dazu gehört das Business Breakfast mit regelmäßig zwischen 120 und 200 Teilnehmern. Unternehmer laden dabei von 7.45 bis neun Uhr zum Frühstück und berichten über die Firma oder eine aktuelle Entwicklung. Der Wuppertaler Wirtschaftspreis wird außerdem seit 2003 in den Kategorien Unternehmen des Jahres, Start-Up des Jahres und Stadtmarketing des Jahres vergeben. Wuppertal 24 Stunden live bietet seit 2002 jährlich im September von Freitag bis Samstag für zehntausende Besucher mehr als 150 Veranstaltungen an 80 Orten. Der Wuppertaler Wirtschaftsbrief geht fünf mal jährlich an 20 000 Entscheider im Bergschen Land. Die überregionale Standortkampagne "Keiner wie wir" setzt auf Adjektive, mit denen Formen wie Bürger auf sich aufmerksam machen können. Außerdem leihen in Wuppertal ansässige Unternehmer und Top-Führungskräfte der Stadt ihr Gesicht und stehen als Wuppertal-Botschafter für auswärtige Interessenten bereit.

Neue Projekte

Bis zum Jahr 2015 sollen Sander zufolge die Menschen mit dem Namen Wuppertal jedenfalls auch die Namen der "tollen Firmen" verbinden Die Popularität der Wuppertal-Botschafter soll dabei helfen, Türen aufzumachen. Parallel hat die Marketing GmbH begonnen, PR zu machen und überregionale Medien mit Nachrichten der Wuppertaler Firmen zu versorgen unter anderem in Anlehnung an die WZ-Serie "Marktführer aus Wuppertal". Außerdem ist ein "business-Inn" in Planung. Dabei sollen Top-Entscheider etwa vierteljährlich zum Abendessen geladen werden. Wichtig: Keine Reden, keine Tagesordnung. Es geht vor allem um den Anreiz zum Engagement.

05.08.06
Von Klaus Koch
Wuppertal 2015