Zu Fuß entdeckt - Industriegeschichte im Gelpetal
Rundweg durchs Gelpetal und die Ronsdorfer Höhen mit Herrn Holzhauer.

Der wunderschöne Wanderweg durch das Gelpetal erinnert ein wenig an ein Freilichtmuseum, da entlang des Weges viele Relikte ehemaliger Hämmer (traditionelle Metallbetriebe) und kleiner Fabriken an die ehemals blühende Industrie erinnern.
Ausgangspunkt der Wanderung ist die Bushaltestelle Gerstau, nur wenige Minuten von dem ersten Besichtigungspunkt entfernt. Der vor wenigen Jahren sanierte Steffenshammer bildet mit ursprünglich erhaltenen Stauteich, dem Eishaus und dem Wasserrad ein anschauliches Ensemble. Heute ist er der letzte funktionstüchtige Schmiedekotten im Gelpetal und Außenstelle des deutschen Werkzeugmuseums.
Die Wiege der Industrialisierung im Bergischen begann im 15. Jahrhundert mit der Verleihung des Garnprivilegs 1527 an Elberfeld und Barmen. In den folgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten entwickelte sich das Wupper-Tal zum bedeutenden Textilstandort. Ab 1600 entstand in Remscheid und Cronenberg mit dem Erhalt des Sensenprivilegs die frühe Metallindustrie. Das Zusammenspiel mehrerer Faktoren – ein waldreiches Gebiet das die Produktion von Holzkohle ermöglichte, die Förderung von Bodenschätzen und wasserreiche Bäche, deren Kraft für die Metallproduktion eingesetzt werden konnte – boten u.a. im Gelpetal hervorragende Vorraussetzungen für eine industrielle Nutzung.
Die im Boden gewonnenen Erze wurden aus Pingen (künstliche Gruben bzw. Schürfstätten) gefördert und verhüttet, d.h. das Erz wurde in Holzkohle geschmolzen und so Roheisen gewonnen. Entlang der Ufer von Gelpe und Saalscheider Bach siedelten sich in 17. Jahrhundert vermehrt Schmiedehämmer und kleine Fabriken an, welche sich die Kraft des Wassers über Wasserräder nutzbar gemacht haben.
Das Leben der Schmiedemeister, Schlieper (Schleifer) und Gehilfen war allerdings kein Zuckerschlecken: härteste körperliche Arbeit und gesundheitliche Schäden (beispielsweise Staublungen) forderten einen hohen Tribut. Die Lebenserwartung der recht gut bezahlten Fachkräfte lag bei nur durchschnittlich 40 Jahren. Zusätzlich wurde der Konkurrenzkampf mit den auf den Höhenzügen ansiedelnden Fabriken immer stärker. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es nur noch wenige produzierende Betriebe im Gelpetal.
Die Wanderung führte auch zu Orten, die ungewöhnliche Geschichten erzählen: hinter dem Haus Zillertal stand die „Hundschüppe“– eine Skisprungschanze, deren Schanzenrekord von 33 Metern im Jahr 1959 aufgestellt wurde. Der sehr kurze Auslauf führte allerdings den einen oder anderen Springer unmittelbar in die „kühlenden Fluten“ der Gelpe.
Die gut vier Stunden im Gelpetal und auf den Ronsdorfer Höhen vergingen wie im Fluge. Das schöne Wetter und die kurzweilige Führung von Herrn Holzhauer machten den Ausflug zu einem gelungenen Erlebnis.
Stadtführung mit Jürgen Holzhauer: Der Ölberg - das ist Wuppertals Geschichte
Das heißt erst einmal Elberfelder Geschichte, denn Wuppertal entstand erst 1929.
Da hatte der Ölberg aber schon eine bewegte Geschichte hinter sich.

Jürgen Holzhauer sammelt seine „Wandergruppe“ an der Hochstraße. Bis alle 25 eingetroffen sind, nutzt er die Zeit und erzählt schon einmal Wissenswertes über die Friedhofskirche und macht auf die leeren Simse aufmerksam, auf denen die geplanten Figuren nie Platz genommen haben. Die Wanderung ist eine Stadtführung quer über den Ölberg bis zur Laurentiuskirche.
Die Hochstraße war die Grenze zwischen den beiden Arbeiterquartieren Nordstadt und Ölberg. Die angrenzende Wülfrather Straße würde zur damaligen Zeit der Frühindustrialisierung Leichensträßchen genannt, weil die Leichenzüge dort her führten – die Sterblichkeitsrate, insbesondere der Kinder, war durch schlechte Versorgung und fehlende Hygiene sehr hoch.
Das heutige Caribe, Szenekneipe an der Brunnenstraße, bietet heute 180 Rumsorten an. Vor mehr als 100 Jahren gab es dort eine Bierdurchreiche, wo die Kinder mit einem Bierkrug ihren Vätern nach 12-13 Stunden Arbeit etwas zu trinken besorgten.
Der Spaziergang geht vorbei an denkmalgeschützten schön verzierten Hausfassaden. Genau wie im Briller Viertel gibt es hier reichhaltig Stuckdekorationen. Der Unterschied ist allerdings der, dass in der Arbeitersiedlung vorgefertigte billige Stuckteile verbaut wurden, im Viertel der Textilmagnaten fertigten dagegen Stuckateure wahre Kunstwerke. Im Bereich Ölberg/ Nordstadt gibt es mehr als 800 denkmalgeschützte Gebäude.
Heute ist der Ölberg ein Szeneviertel. Der Stadtführer zeigt hier ein Atelier und dort eine besondere Kneipe, begrüßt hier einen alten Wuppertaler und fragt dort in der Eckkneipe nach dem Wirt.
Am Otto Böhne Platz ging es vor mehr als 70 Jahren aus anderen Gründen hoch her. Der Widerstandskämpfer organisierte Demonstrationen gegen die Nazis, was ihm im traditionell roten Viertel nicht schwer fiel. Hier wurde sogar scharf geschossen. Wo damals ein Meer von roten Fahnen wehte, gibt es heute auf dem Schusterplatz einen neu gestalteten Spielplatz als Treffpunkt für die Ölberger.
Vorbei am kleinen Weingarten am Tippen-Tappen-Tönchen, geht der Spaziergang weiter in die Luisenstraße. Dort heißt es Köpfe einziehen, durch eine niedrige Löv gelangt die Gruppe in einen Fachwerk-Hinterhof mit Bergisch grünem Toilettenhäuschen mit Herzchen auf der Tür. Hier kann der Besucher nachspüren, wie die Wohnsituation zu Zeiten der Frühindustrialisierung war.
Viele historische Informationen, aber auch eine Menge Anekdoten machten diesen Stadtspaziergang zu einem lohnenden Ausflug.
Wuppertal beim NRW-Tag in Hamm
Zeitgleich zum „Langen Tisch“ an dem Wuppertal seinen Geburtstag feierte, fand im westfälischen Hamm der "elephantastische" NRW-Tag statt.
 - © WMG
Und natürlich durfte Wuppertal als Gastgeber des vergangenen Jahres nicht fehlen. Am Stand des Wirtschaftsministeriums überreichte Matthias Haschke, Geschäftsführer von Wuppertal Marketing, am Samstag einen ganz besonderen Hauptpreis an Frau Ministerin Christa Thoben: ein Verwöhnwochenende in Wuppertal mit zahlreichen Aktivitäten für Entspannung und Gesundheit im Golfhotel Juliana für zwei Personen, im Preis inbegriffen - eine Fahrt mit dem Historischen Kaiserwagen. Am Sonntagmorgen war Wuppertal mit Oberbürgermeister Peter Jung auf der Landesbühne NRW vertreten. Mit viel Erfolg und der Unterstützung des Landespolizeiorchesters hat er die Geschichte "Tuffis großer Tag" zum Besten gegeben.
 - © WMG
Auf der Touristischen Meile war Wuppertal mit einem Stand vor Ort. An beiden Tagen haben Claudia Brenke und Wilma Schrader, Mitarbeiterinnen von Wuppertal Marketing, zahlreiche Fragen rund um die Bergische Metropole beantwortet und in die Region eingeladen. "Die Schwebebahn, der Zoo und die kommende Monet - Ausstellung waren für Tagesreisen die absoluten Renner. Die Ferien stehen vor der Türe und ich bin sicher, dass viele der Standbesucher unsere Tipps und Empfehlungen in die Tat umsetzen werden, um mit ihrem Verein oder der ganzen Familie nach Wuppertal zu kommen", so Wilma Schrader.
Mit dem Oldtimerbus durchs Tal und auf die Höhen
Die Jungfernfahrt der Stadtrundfahrten war ein voller Erfolg. Die Passanten in der Fußgängerzone trauten ihren Augen nicht.
 - © Medienzentrum
Die Fahrt beginnt an der Reisebushaltestelle am Hauptbahnhof. Rainer Rhefus, Mitarbeiter des Historischen Zentrums, erzählt gleich am Startpunkt schon Wissenswertes über die Geschichte der Eisenbahn und der königlich-preußischen Eisenbahndirektion.
Die Fahrt geht über den Wall und den Hofkamp vorbei an historischen Gebäuden, die im Laufe der Zeit unterschiedliche Funktionen und Besitzer hatten. Beim Überqueren der Haspeler Brücke, der ehemaligen Grenze zwischen Elberfeld und Barmen, erfahren die Gäste, dass die klassizistischen Häuser zur Linken, der jetzigen Heimat der Stadtmarketing Gesellschaft, von dem Architekten Schiefer, einem Schüler Schinkels erbaut worden sind. Daher der Name "Potsdamer Häuser".
Weiter auf der Friedrich-Engels-Allee entdeckt man rechts und links versteckte, noch heute arbeitende, Bandfärbereien und Webereien. Rhefus macht beim Ensemble des Historischen Zentrums auf ein Haus aufmerksam, was von der Berlinerstraße hierher umgezogen ist. Das Schwimmbad im jetzigen Brauhaus wurde in alten Zeiten erbaut, weil die Barmer ein Waschhaus benötigten, da die Wupper zu schmutzig war, um darin zu baden. Eine andere Kuriosität, die man entdeckt sind die Häuser an der Berlinerstraße, die wegen ihrer Hanglage Brücken zum Eingang in ihre Gärten haben.
Vorbei am Gaskessel geht die Fahrt weiter zur Oberen Lichtenplatzerstraße. Dort an der Gartensiedlung gibt es einen Fotostopp mit einem wunderbaren Blick über Barmen bis zu den Hardter Höhen. Über den höchsten Punkt der Stadt, mit Blick ins obere Wupper-Tal, geht es Am Freudenberg wieder bergab bis zum Kleeblatt und vorbei an der Historischen Stadthalle. Hier erfährt man, dass der rosa Restaurantturm mal ein Wasserturm der Eisenbahn war. Am Elend erfahren die Gäste einiges über das Elend der Zuwanderer Mitte des 19. Jahrhunderts.
Durch das am Reißbrett geplante Zooviertel mit seinen hochherrschaftlichen Reihenhäusern und Villen, früher klein Jerusalem genannt, geht es über die 1840 erbaute Prachtstraße, die Friedrich-Ebert-Straße zurück zum Robert Daum Platz. Beim Schlenker durch die Funckstraße im Briller Viertel erfährt man viel über die großen Familien der Stadt, die hier residierten. Die Familie Frowein bewohnte allein 20 Gebäude.
Über die Hochstraße vorbei an der Nordstadt mit ihren 62 Baublöcken geht es über die Gathe, dem ehemals schlimmsten Elendsquartier in der Zeit der Frühindustrialisierung, zurück zum Ausgangspunkt.
Bequem, informativ und spannend – die Stadtrundfahrten mit dem Oldtimerbus sind absolut weiter zu empfehlen.
Kennen Sie eigentlich Schwerin?
Ein Besuch im Schlossgarten an der Ostseeküste
 - © WMG
Schwerin, das ist nicht nur die Hauptstadt des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern sondern auch die Partnerstadt Wuppertals. Das alleine sollte schon einen Besuch wert sein, doch in diesem Jahr gibt es noch einen weiteren Grund das malerische Schloß und die Stadt, die von zahlreichen Seen umgeben ist, kennenzulernen: In Schwerin findet die Bundesgartenschau statt!
Eine Wuppertaler Delegation mit dem Kulturdezernenten Matthias Nocke an der Spitze reiste am 12. 6. 09 in die Partnerstadt, um so die Verbundenheit auszudrücken, aber auch um bei den Besuchern der Schau für die bergische Metropole zu werben.
Wanderma(h)l durchs Wupper-Tal
Das Jahresprogramm 2009 ist erschienen.
 - © Restaurant Capriccio
Stadtgeschichte mal anders. Beim Wanderma(h)l durchs Wupper-Tal erkunden wir einzelne Stadtteile auf gastronomischen Wegen. Zur Vorspeise gibt es Anekdoten, zur Hauptspeise Geschichte und Geschichten und zum Dessert servieren unsere Stadtführer und Stadtführerinnen Verblüffendes. Die Stadtteile Ronsdorf, Langerfeld, Vohwinkel und das Elberfelder Briller Viertel werden diesmal kulinarisch erwandert. Auf den Spuren von Elias Eller, vorbei an denkmalgeschützten Gebäuden und hochherrschaftlichen Villen gehen unsere Wanderungen zu ausgesuchten Restaurants und besonderen Kneipen. Dort warten Köstlichkeiten wie Tranche vom Lachs, Flusskrebse, Trüffelduft und Kartoffel-Thymian-Ragout auf die fleißigen Wanderer. Es ist angerichtet. Guten Appetit!
Unterwegs im Kaiserwagen der historischen Schwebebahn
„Ein Eisengewinde, ein stahlharter Drachen, windet und legt sich mit vielen Bahnhofsköpfen und sprühenden Augen über den schwarzgefärbten Fluss.“
Else Lasker-Schüler
 - © Medienzentrum
Schwebebahn-Endstation-Vohwinkel, erwartungsvolle Gesichter, der Blick aufmerksam gerichtet zur Linken. Geräuschvoll verschiebt sich das Stellwerk des Schienensystems über den Köpfen. Ist es tatsächlich ein Drache, der sich jeden Moment aus der Werkstatthalle in den luftighohen Bahnhof drängen wird?
Nein - was sich nur eine Minute später in strahlendem Glanze des beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts den Besuchern zeigt, ist der Kaiserwagen in voller Pracht.
Offene Münder begeisterter Bahnfans, quiekende Ausschreie überraschter Kinder. Fotoapparate und Kameras werden gezückt, um seinem Erlebnis in Wuppertal glaubwürdige Nachhaltigkeit zu verleihen.
Im Jahre 1900 war die Schwebebahn für die Wuppertaler jedoch alles andere als Liebe auf den ersten Blick. Aufgebrachte Bürger erhoben ihr Geschrei, als um die Jahrhundertwende grünes Licht für das Pioniervorhaben Schwebebahn gegeben wurde. Zeitungsleser schrieben damals Kommentare wie 'Kann man sich etwas Hässlicheres denken, als eine Bahn in hoher Luft, über dem schönen Bett der Wupper?'. Auch war Ihnen Angst und Bange vor den gesundheitlichen Schäden des ungewohnten Schwebens. Sogar die Kirchen protestierten und bezeichneten sie als "Herausforderung Gottes". Doch es dauerte nicht lang, da erkannte man, dass der „stahlharte Drachen“ nicht nur ein Nahverkehrssystem, sondern auch eine nennenswerte Touristenattraktion war. Die Schwebebahn ist inzwischen weltbekannt und nach wie vor ein einzigartiges Verkehrsmittel.
„Alle Mann bitte einsteigen!“ Die freundlichen Bahnbegleitungen und Lokführer in historischen Kostümen stellen sich noch kurz für ein schnelles Foto zur Verfügung, um dann die Gäste zu ihren gebuchten Sitzplätzen zu geleiten. In den stilecht restaurierten Wagen erwarten einen plüschgepolsterte Sitze, goldfarbene Dekostoffe vor den Fenstern, nostalgische Lampen und Jugendstilornamente an verschiedenen Stellen. Museum zum Anfassen.
Jeder reservierte Sitzplatz ist eingedeckt mit einem verlockenden Stück Torte und reichlich Kaffee. Besser ließe sich die Fahrt vorbei an alten Handelshäusern, Fabriken, Hinterhöfen und romantischen Gärten nicht genießen.
Wuppertals Schwebebahnhöfe sind weitestgehend barrierefrei. Sowohl an der Einstiegshaltestation Vohwinkel, als auch am Umstiegsbahnhof Oberbarmen gewährleisten Fahrstühle den Zugang auch für Rollstuhlfahrer.
Der Kaiserwagen, wenn auch ein Relikt aus alten Zeiten, ist auch für junge Menschen ein lohneswertes Erlebnis. Nicht nur die Informationen über die Baugeschichte der Schwebebahn oder kleine Ausflüge in die Industriegeschichte Wuppertals machen eine Kaiserwagenfahrt so wertvoll. Gerade die kleinen Anekdoten am Rande, über Stadt und Umgebung, die man in keinem Lehrbuch finden kann, begeistern jede Generation.
Wer mehr wissen will, der sollte es selbst einmal ausprobieren und sich fühlen will wie zu Kaiserzeiten; - wer einmal winkend auf der anderen Seite der Glasscheibe sitzen möchte, wenn der prunkvoll schwebende Oldtimer durch die Schwebebahnhöfe gleitet ohne die Türen zu öffnen; -wer wissen möchte, warum früher die Bewohner in manchen Straßen Wuppertals von der Stadt die Auflage erhielten, bei zur Dunkelheit beleuchteten Zimmern, die Gardinen vorzuziehen, wie es sich mit dem „Tuffi-Sprung“ tatsächlich verhielt und wie schnell eine Schwebebahn tatsächlich fahren könnte; - oder wer sich laut fragt, was eine Flüsterschiene ist, dem kann man nur eines empfehlen: Buchen Sie eine Fahrt mit dem Kaiserwagen!
Hänschen Klein in der Historischen Stadthalle Wuppertal
Eine Führung mit dem Hausherren Holger Kruppe
 - © WMG
Ein nieseliger, grauer Sonntag im Februar. Um 14.00 Uhr versammelt sich eine erwartungsvolle fünfzig-köpfige Gruppe im prächtigen Foyer der Stadthalle. Die „gute Stube Wuppertals“ kündet schon hier bildreich mit ihren Jugendstilornamenten, blank polierten Granitsäulen und fein geschnitzten, vergoldeten Ornamenten von Wuppertals glanzvoller Vergangenheit und seinen ehemals sehr wohlhabenden Industriellen.
Raumgreifenden Schrittes betritt Hausherr und Geschäftsführer Holger Kruppe den Saal und stellt sich gut gelaunt vor. Schnell wird deutlich, dass er seine Stadthalle liebt und gerne darüber erzählt, was bei der üppigen Pracht, die sein Haus zu bieten hat, nicht schwer scheint. Auf seiner 2,5 Stunden dauernden Führung, gespickt mit Anekdoten und jeder Menge geschichtlichen Details, unterhält er prächtig.
 - © WMG
Er erzählt von der Küpperschen Bierkneipe, über den beteiligten Architekten Paul Wallot (Erbauer des Reichstages in Berlin), die handgebrochenen Mosaikfliesen von Villeroy und Boch, Geschichten von Ehekrächen, die mit einem an die Wand geschleuderten Glas Rotwein enden (auf den teuren bergischen Marmor – Restaurierungszeit 3 Wochen) und bringt die staunenden Besucher immer wieder zum Lachen.
Das Herz und der Mittelpunkt der Historischen Stadthalle, ist der große Konzertsaal mit seiner 4773-pfeifigen Orgel. Holger Kruppe ist inzwischen zu Höchstform aufgelaufen. Er nimmt auf der Bank Platz und intoniert zunächst noch zaghaft: Hänschen Klein! „Das war für kleine Kinder“, meint er. Gelächter macht sich in der Runde breit.
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„Und jetzt meine Damen und Herren: Halten Sie bitte ihre Beinkleider fest“. Holger Kruppe zieht alle Register und ruft lauthals: „...und jetzt alle!“ Die Orgel füllt den Saal mit ihren unvergleichlichen Tonkaskaden, bricht sich an den Wänden und schwingt hin und zurück. Eine Gänsehaut macht sich auf der Kopfhaut breit. Niemand geringeres als Sir Simon Rattle hat den Konzertsaal der Wuppertaler Stadthalle als einer der besten Europas bezeichnet. Seine einzigartige Akustik gleicht der des Wiener Musikvereins.
Stolz auf Wuppertals Errungenschaften und erfüllt vom eben Gehörten zieht die Gruppe weiter, erfährt noch so einiges über Programm und Auslastung, über Brandschutztüren, Pleiten Pech und Pannen bei der Wiederöffnung und nach der aufwändigen Restaurierung vor 10 Jahren. Der Besuch des Restaurants „Rossini“ bildet den Abschluss der Führung und setzt mit seiner reinen Jugendstilbemalung noch einmal ein weiteres Ausrufezeichen. Danach entlässt Holger Kruppe seine Gefolgschaft wieder in die profane Welt.
Inzwischen schneit es. Ich fühle mich ein wenig herausgeworfen: aus einem Schloss, aus einer anderen Zeit und nehme mir vor, demnächst öfter zu kommen, indem ich mir ein Abonnement für das Hausorchester dem Wuppertaler Sinfonieorchester leisten werde.
>>zu unseren Stadtführungen
Wuppertal bei der Vakantiebeurs in Utrecht
Bergisches Land Tourismusmarketing e.V. und die Wuppertal Marketing GmbH organisieren den gemeinsamen Auftritt der drei bergischen Großstädte.

Mitte Januar präsentierten sich die "Bergischen Drei" Wuppertal, Solingen und Remscheid gemeinsam in Utrecht bei der größten Reisemesse der Niederlande. Waffeln, Quittenschnaps und Brauhausbier - natürlich alles zeitlich versetzt serviert, so Femmy Rinke (Wuppertal Marketing GmbH) lockten zahlreiche reiselustige Besucher auf den Stand: "Das waren alles Leute die gerne zwischendurch mal eine Kurzreise planen, möglichst nicht so weit über die Grenze. Da liegt Wuppertal genau in der richtigen Zone, so dass unser niederländisches Prospektmaterial gerne mitgenommen wurde." Das neue Angebot Wuppertal-KulTour mit seinem Highlight "Macht und Pracht – Niederländische Kunst im 16. und 17. Jahrhundert" (Von der Heydt-Museum, 21.06. – 23.08.09) war dabei ebenso gefragt, wie Prospekte über Kaiserwagenfahrten und die anderen städtischen Angebote. Femmy Rinke: "Es gab besonders viele Besucher der Altersklasse 55 plus. Ich konnte sie davon überzeugen, dass wir für ein langes Wochenende in Wuppertal viele gute und preiswerte Unterkünfte anbieten." Freuen wir uns also auf zahlreichen Besuch unserer nächsten Nachbarn.
>> Vakantiebeurs
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