Westdeutsche Zeitung, 17.03.2006
WM-Erfolgsstory aus Wuppertal
Bühne, LED-Wand, Licht und Ton: Ausschließlich Wuppertaler Unternehmen organisieren das Public Viewing auf dem Barmer Rathausvorplatz.
Wuppertal. Wenn ab dem 9. Juni viele tausend Fußball-Fans beim Public Viewing auf dem Rathausvorplatz die hoffentlich starken Leistungen der deutschen Elite-Kicker bejubeln, sind sie zugleich Zeugen einer kleinen Wuppertaler Erfolgsgeschichte. Denn das komplette Event, dessen Herzstücke Liveübetragungen der Fußball-WM-Spiele sind, liegt in den Händen lokaler Unternehmen.
Die Videowand für die Fans natürlich besonders wichtig stellt die Firma Fischer and Friends mit Sitz an der Völklinger Straße. Die kommt nicht aus eigenem Bestand, sondern ist angemietet, wie Unternehmenssprecher Oliver Francke erklärt.
Wo, das mag Francke mit Blick auf die Konkurrenz nicht verraten. Viel wichtiger: "Die 18 Quadratmeter große Wand ist qualitativ mit das Beste, was derzeit auf dem Markt zu haben ist", sagt Francke. Befürchtung, bei greller Sonne könnte man vom großen Kick in den Stadien nichts mehr erkennen, entkräftet Francke: "Das Besondere an LED-Wänden ist ja gerade, dass die Bildpunkte selbst leuchten und nicht reflektieren." Das Fachpersonal für Aufbau und Regie liefert Fischer and Friends gleich mit.
Die LED-Wand ist zwar wasserresistent. Dafür, dass sie und die zahlreichen Bands, die das Rahmenprogramm musikalisch bestreiten, im Falle des Falles trotzdem nicht im Regen stehen müssen, sorgt die Lleyendecker GmbH. Das Full-Service-Unternehmen im Bereich Veranstaltungstechnik mit Stammsitz auf dem Ideon-Gelände am Uellendahl hat bereits im vergangenen Jahr einschlägige Erfahrungen im Bereich Public Viewing gemacht. Die große Bühne, vor der sich während des Confederation Cups zahlreiche Fans auf dem Kölner Roncalli-Platz die Füße platt traten, war ein Projekt der Wuppertaler.
"Der Aufbau am Rathausvorplatz wird aber etwas kleiner sein", sagt Geschäftsführer Marcus Leyendecker. Dennoch: Die Ausmaße von elf mal neun Metern bei einer Höhe von acht Metern lassen sich sehen. Dach und Seitenwände sind mit Planen verschlossen, die LED-Wand ist in die Bühne eingelassen. Sollte es was sich die Veranstalter wünschen richtig voll werden in Barmen, können die Abdeckungen an den Seiten problemlos geöffnet werden. Dafür sorgt dann der so genannte Bühnenmeister, der während der vier Wochen vor Ort stets nach dem Rechten sieht.
Die Aufbauten werden erst wenige Tage vor dem 9. Juni starten. Spätestens dann bricht auch für die Mitarbeiter der Veac Mediengruppe das WM-Fieber aus. Die Experten für Eventmanagement sorgen dafür, dass die Verbandelung von Video- und Bühnentechnik reibungslos funktioniert.
Während des Programms sorgt ein Stage Manager, den das Unternehmen stellt, für fließende Übergänge zwischen den einzelnen Live-Acts. "Bei fast jedem Auftritt ändern sich Dinge: Mikros, Beleuchtung, Boxen. Unsere Aufgabe ist die komplette technische Koordination", erklärt Geschäftsführer Andreas Bock.
Ein klares 3:0 für Wuppertal, vielleicht legt die veranstaltende Marketing GmbH Wuppertal aber noch einen nach: Möglich ist, dass ein Security-Dienst für Ordnung rund um den Rathausvorplatz sorgt, der ebenfalls aus der Stadt kommt. Der Job ist noch nicht vergeben, aber zwei lokale Anbieter sind in der engeren Wahl. Außerdem wird aller Wahrscheinlichkeit nach Fahnen Herold für die Ausstattung mit Flaggen sorgen. Und schon steht es 5:0 für Wuppertal.
17.03.06
Von Axel vom Schemm