Bergische Blätter, 15.05.2006
Werbung mit Leben gefüllt
Man könnte auch sagen: Das passt wie die Faust aufs Auge. ?Präzise" sind in der Tat die Wäge- und Dosiersysteme, die Klaus Altenrath in seinem gleichnamigen Unternehmen anbietet, das er 1978 in Wuppertal gründete. ?Solide" ist das Adjektiv, das sich Bernd Bigge, Inhaber des Automobilzulieferers Ferdinand von Hagen Söhne & Koch (Hako) ausgesucht hat. Mit der ersten urkundlichen Erwähnung 1832 ist es eines der ältesten Unternehmen der Stadt und heute vor allem auch als regionaler Sponsor im Bereich Sport bekannt.
Eventagenturen wollen begeistern ? so auch die Vok Dams Gruppe. Kein Wunder also, dass ihr gleichnamiger Gründer für sich das Attribut ?begeisternd" gewählt hat. ?Innovativ" ist das Prädikat, mit dem sich Andreas Martin vorstellt, Facharzt für diagnostische Radiologie und ärztlicher Geschäftsführer des radiologischen, nuklearmedizinischen und strahlentherapeutischen Zentrums radprax mit mehreren Standorten in Wuppertal.
?Familiär" ist das Familienunternehmen Vorwerk tatsächlich ? und deshalb von Markus von Blomberg, persönlich haftender Gesellschafter des 1883 in Wuppertal gegründeten Herstellers von Staubsaugern, Küchenmaschinen, Bügelsystemen, Einbauküchen, Teppichen und einigem mehr, gut gewählt. Denn vertrieben werden die Produkte nur bei den Kunden zu Hause, also im äußerst familiären Rahmen.
?Anziehend" schließlich ist das Adjektiv, welches Beate Winklewsky für sich und ihr Unternehmen gewählt hat. 2003 gründete sie Modemobil, eine Art ?Boutique auf Rädern", deren Konzept in ganz Deutschland bereits Franchisenehmerinnen gefunden hat.
Alle 6 wurden jetzt von Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung offiziell und urkundlich zu ?Botschaftern für Wuppertal" ernannt. Dementsprechend sollen die von ihnen gewählten ?Stadtjektive" auch nicht (nur) auf das eigene Unternehmen, sondern auch auf die Stadt, die sie vertreten, zutreffen. Aufgabe der Botschafter soll es nach Aussage von Georg Sander, Geschäftsführer der Wuppertal Marketing GmbH, die bereits die Idee der ?Stadtjektive" ins Leben gerufen hat, sein, die Standortstärken Wuppertals dort bekannt zu machen, wo sie selbst aktiv sind ? nämlich bundesweit. Niemand könne Auswärtige besser davon überzeugen, als erfolgreiche Unternehmer, die den Standort selbst gewählt haben, so Sanders Vorstellung. Hinzu kommt, dass die Botschafter aus ganz unterschiedlichen Branchen kommen ? der Wirkungskreis also dementsprechend groß sein kann.
Aufgabe der Botschafter ist es unter anderem, Pressevertreter zu empfangen, als Gesprächspartner für ansiedlungsinteressierte Unternehmen zur Verfügung zu stehen und Existenzgründer dafür zu begeistern, sich in Wuppertal niederzulassen.
In den kommenden Jahren sollen weitere Wuppertal-Botschafter hinzukommen. So soll laut Sander mittelfristig ?ein Netzwerk aus vielen engagierten Unternehmerpersönlichkeiten entstehen, aus dem heraus jedem Standortinteressierten ein fachkundiger Gesprächspartner angeboten werden kann".