Wir über uns / Stadtführer

Stadtführer im Porträt

13 Stadtführer sind für die Wuppertal Marketing GmbH im Einsatz, um einheimischen sowie auswärtigen Gästen die Besonderheiten des Tals zu zeigen – ob bei einer Schwebebahnfahrt im Kaiserwagen, im historischen Omnibus oder bei einem Spaziergang durch die Stadt. Auf dieser Seite finden Sie demnächst alle Porträts unserer Stadtführer und erfahren, was sie an Ihrer Heimatstadt besonders mögen und wo sie am liebsten unterwegs sind. Seien Sie gespannt!

Die Bühne wird zur realen Welt und umgekehrt

© WMG/Görgens

Mit seinen vielen Talenten ist Kristof Stößel auch als Stadtführer für die Wuppertal Marketing GmbH unterwegs: ein Gewinn für Wuppertal.

Mit einer Sitcom der 90er-Jahre startete er in die Zukunft: Kristof Stößel brachte die legendären „Golden Girls“ auf Theaterniveau und fiebert nun bei so mancher Premiere quer durch Europa mit den vier properen Seniorinnen.

Zwischen den Auswärtsspielen inszeniert Stößel daheim in Wuppertal Theaterstücke, ist Schauspieler, Sänger, Musicaldarsteller und Comedian mit Hang zur schillernden Vielfalt. Typisch etwa seine Version von „Currywurst mit Pommes“, in der sieben Schauspieler 76 Charaktere darstellen.

Für die Wuppertal Marketing GmbH ist so ein Multitalent die perfekte Besetzung für Stadtführungen einer neuen Generation. Stößel schlüpft darin beispielsweise in die Rolle der Baronin von Wupp, einer Dame, die von wahr über schräg bis zu frei erfunden alle Formen eines gesunden Halbwissens über Wuppertal unters Volk bringt.

So wird die Bühne zur realen Welt und umgekehrt, weil irgendwie ja doch alles Theater ist. Geradezu als symbolisch für diese Wahrheit sieht Stößel das „Rex“ im Kipdorf, das im Laufe seiner Geschichte Theater, Hotel-Restaurant, Varieté-Bühne und Kino war und nun wieder Filmfreunde vor die Leinwand lockt.

Am Wupperufer Kultur erschweben

© WMG/Görgens

Bäume und eine neue Pflasterung binden zusammen, was zueinander gehört: die Zentren der Kultur zwischen Schwebebahn und Barmer Bahnhof. Das dortige Opernhaus ist auch Fixpunkt für Edda Friedrichs, die gleich gegenüber ihren Arbeitsplatz hat. Das Opernhaus ist ihr ans Herz gewachsen, seitdem sie dort Anfang der 70er Jahre Pina Bausch als aufsteigenden Stern erlebte.

Zugleich begrüßt sie die rasanten neuen Entwicklungen im Umkreis, darunter die Wiederbelebung des Barmer Bahnhofs als Schauplatz von Kultur und Events wie auch die Einrichtung einer kleinen Spielstätte der Wuppertaler Bühnen auf dem Gelände des Historischen Zentrums. Das dortige Engels-Haus ist wie ein Grundstein der Geschichte, auf dem Barmen sich derzeit neu erfindet.

Wohngefühle grün und feudal

© WMG/Görgens

Wie eine Offenbarung erscheine ihren Gäste das Briller Viertel, sagt Stadtführerin Femmy Rinke. Dass man Wuppertal mit intensiven Urlaubsgefühlen erleben kann, weiß die geborene Niederländerin aus eigener Erfahrung.

Vor 35 Jahren zog sie in die Stadt und kann sich nicht vorstellen, sich jemals wieder woanders niederzulassen. Wie die Dichterin Else Lasker-Schüler, die im Briller Viertel aufwuchs, sei sie nun mal „verliebt in ihre Stadt“.

So angenehm das Leben im Villenviertel auch sei, suche sie allerdings mehr Volksnähe, sagt Femmy Rinke. Für sie ist deshalb die Nordstadt ein ebenso begehrenswerter Lebensraum. Dass die gesamte Stadt obendrein in herrliches Grün eingebettet ist, legt die Stadtführerin ihren Gästen besonders gern ans Herz.

Die musikalische Note der Wuppertaler Architektur

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Einen sanften Schwung legt das Dach der Schwimmoper über den Johannisberg. Die Architektur der 50er Jahre war lange Zeit ein beliebtes Wuppertaler Postkartenmotiv.

Stadtführerin Gisela Rohleder ist froh, dass dieses Haus nach der Sanierung wieder seinen ursprünglichen Zweck erfüllt, denn dort hat sie das Schwimmen gelernt. Die Oper, die keine ist, gilt ihr als Zeichen für eine Stadt voller Tatkraft. Gäste seien immer wieder begeistert von den Zeugen der großartigen Wuppertaler Vergangenheit und würden sich wundern, wie viele Schätze in der Stadt noch auf ihre Wiederentdeckung warten.

Besonders gern begleitet Gisela Rohleder ausländische Besucher, zumal sie mit Spanisch, Französisch, Englisch und Italienisch ein hervorragendes sprachliches Rüstzeug besitzt. Nicht zu klein und nicht zu groß, so empfindet sie Wuppertal, die etwas schräge Stadt mit zwei Opernhäusern – einem für Sänger, das andere für Schwimmer.
 

Immer auf der Höhe

© WMG| Görgens

Mietshäuser, die sich in gestaffelten Reihen übereinander türmen, Steigungen, Gefälle und Stufen. Wuppertals Topographie ist unter den deutschen Großstädten einmalig und findet ihre überraschendste Ausprägung in der Nordstadt. Die dortigen Kulissen sind filmreif und haben tatsächlich schon als Szenerie für Kino- und TV-Klassiker gedient, darunter Folgen von „Tatort“.

Stadtführerin Margret Jeuck fühlt sich in der Nordstadt ebenso wohl wie in den Wuppertaler Grünanlagen oder bei Spaziergängen auf den vielen schön angelegten Friedhöfen der Stadt. Ihre Führungen unternimmt sie am liebsten mit der Schwebebahn. „Ich genieße jede Fahrt mit ihr“, sagt Margret Jeuck.

Gut, dass die Stadtväter frühzeitig erkannten, wie sehr die Schwebebahn geeignet ist, einen drohenden Verkehrskollaps im engen Tal der Wupper zu verhindern. Das Ergebnis überzeugt, auch wenn die Höhen von Wuppertal für die Schwebebahn unerreichbar bleiben.

Auf der märchenhaften Seite der Stadt

© WMG/Görgens

Aschenputtel, Dornröschen, Rotkäppchen und Schneewittchen – mit diesem Quartett aus dem Erzählschatz der Brüder Grimm hat der Kölner Bildhauer Wilhelm Albermann 1897 den Märchenbrunnen im Zooviertel geschmückt.

Für die Stadtführerin Daniela Lange sind der Brunnen und seine Figuren ein täglicher Anblick und waren es schon zu Kinderzeiten, als sie ganz in der Nähe die Schule an der Donarstraße besuchte. Heute fasziniert es sie, dass der Brunnen, der vor Jahrzehnten seiner Funktion beraubt worden war, wieder munter sprudelt. Das erscheint ihr wie ein Märchen, das wahr wurde, und sie schätzt ganz besonders, dass dieses Wunder bürgerschaftlichem Engagement zu verdanken ist.

Daniela Lange pflegt aber noch auf andere Weise eine Beziehung zum Märchenbrunnen, denn sie liebt die Kunst des Erzählens. Darum ist es ihr ein großes Anliegen, das profunde Wissen über Wuppertal, das sie bei Stadtführungen wie auch für ihren Relocation Service „Wupperdomizil“ nutzt, auf möglichst lebendige Weise zu vermitteln.

Seit Kaiserzeiten in der Blüte der Jahre

© WMG/ Görgens

Vom Kaiserwagen bis zum Kaiserbesuch liebt Stadtführerin Melanie Schöppe alles, was Wuppertals wilhelminische Vergangenheit ausmacht. Wilhelm II. war im Oktober 1900 nach Elberfeld gekommen – drei Monate zu spät, um dort noch die Einweihung der Stadthalle auf dem Johannisberg zu erleben.

Was er im Tal der Wupper sah, quoll über vor Prunk. Die Spuren des damaligen Reichtums sind geblieben und lassen auch junge Menschen staunen. 2004 war Melanie Schöppe als 20-jährige und damit jüngste Stadtführerin ins Team der Wuppertal Marketing GmbH aufgenommen worden.

Ihr Herz hängt am Stadtteil Elberfeld, seinen Anekdoten und seiner Architektur. „Wuppertal war mal eine sehr reiche Stadt und besitzt viele schöne Ecken“, sagt sie und möchte dies gerade auch den Studierenden vermitteln, nachdem sie selbst hoch über der Historischen Stadthalle an der Bergischen Universität studiert hat.

Schulterschluss mit der guten Seele der Stadt

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Das rundliche Mädchen an der Alten Freiheit ist eine Kunstfigur, erdacht von dem Dichter Otto Hausmann, der am Beispiel der Mina Knallenfalls das Leben des Elberfelder Proletariats aufzeigen wollte. 

Von der Künstlerin Ulle Hees in Bronze gegossen, hat Mina allerdings ein Eigenleben entwickelt. Auch für den Stadtführer Jürgen Holzhauer ist sie Geschichte zum Anfassen und Exempel für bergische Lebensart geworden. 

Als Elberfelder Göre mit waschechtem „Dickkopp“ trotzt sie allen Widrigkeiten und steht unbeirrbar für das Potenzial der Stadt. 

Ob Kneipentour oder Sonntagsrunde – wenn es sich eben einrichten lässt, hakt sich Holzhauer kurz bei Mina ein, um Energie für seine Stadtführung zu tanken. Und meistens trifft es sich, dass gerade ein guter Bekannter vorbeikommt und Neues aus der Stadt berichtet.

Schwebend die Welt erleben

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Zu den Phänomenen der Schwebebahn gehört, dass sie sich an den Endstationen Verschnaufpausen gönnt. 

Vohwinkel, das schon lange vor dem Bau der Bahn als Drehscheibe diente, ist deshalb der bequeme Einstieg für Fahrten mit dem einzigartigen Verkehrsmittel. Stadtführerin Claudia Brenke liebt Vohwinkel aber auch als Wohnquartier, in dem man engen Kontakt zu den Menschen pflegen kann. 

Die Schwebebahn erschließt ihr von dort die weiteren Lieblingsplätze in der Stadt, darunter besonders die alten Arbeiterquartiere mit den Backsteinfabriken und den hohen Mietshäusern der Gründerzeit. Im Gespräch mit den Menschen sammelt sie dort Stadtgeschichte, wie sie nicht in Lehrbüchern steht. Aus diesem Repertoire schöpft Claudia Brenke das Material für Stadtführungen der individuellen Art.

Immer aufwärts denken

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Treppen sind für den Stadtführer Johannes Schlottner ein Sinnbild Wuppertals. Schließlich existieren in der Stadt Tausende von Stufen. 

Am Fuß der 1904 gebauten Vogelsauer Treppe befinden sich die Bayer-Werke, das Elberfelder Heizkraftwerk und die ehemalige Küpper-Brauerei. Die dort tätigen Fabrikanten gaben den Bau von Treppen in Auftrag, damit die Arbeiter ohne zeitraubende Umwege zu ihrem Arbeitsplatz gelangten. 

Stufen und Fabrikschlote sind damit Teil der Wuppertaler Industriegeschichte, die Schlottner fasziniert. Ganz nah an Volkes Stimme, hat er 15 Jahre lang Bürgerfunk gemacht und arbeitet derzeit als Verlagsvertreter für den Wuppertaler Born Verlag, der Otto Hausmanns sozialkritische Figur „Mina Knallenfalls“ auf den Markt brachte. Schlottner führt am liebsten die Touren, bei denen er geschichtliche Zusammenhänge darstellen und dabei Fakten in humorvoller Weise vermitteln kann.

Mediterrane Leichtigkeit am Sitz des Rates

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Als Barmerin findet es Anke Brinkmann nur passend, wenn Wuppertals Rathaus eben nicht in Elberfeld steht. 

1808 hatte Barmen die Stadtrechte erhalten, 100 Jahre später wurde mit dem Bau des klassizistischen Rathauses begonnen, das schließlich wegen seiner Dimensionen Sitz des gesamten Wuppertaler Rates wurde. Kolonnaden verleihen dem Vorplatz ein südländisches Flair, auch wenn die Säulengänge angesichts des bergischen Klimas nicht zwingend als Sonnenschirm dienen müssen. Auf diesem weitläufigen und belebten Platz fühlt Anke Brinkmann sich wohl. 

Eine Stadtführung macht sie dort nicht, sondern begleitet lieber die Gäste des Kaiserwagens, aus dessen Fenstern Wuppertal in einer ganz anderen Perspektive erscheint. „Mit den Kostümen und in der gepflegten Atmosphäre ist es ein bisschen so wie im Theater.“

Wo Katzengold noch seinen Wert hat

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Familiär und herzlich ist die Atmosphäre in der Luisenstraße, die den Besuchern Wuppertals als Herz der Altstadt gilt, auch wenn das wirklich alte Elberfeld an ganz anderer Stelle lag.

Auch Beate Haßler erlebte Wuppertal einst mit den Augen einer Fremden. In Siegen geboren, besaß sie nur wenige Kenntnisse über die Stadt, als sie 1989 eine Stelle im Presseamt annahm.

Inzwischen ist sie eine versierte Stadtführerin, die Barmen und Elberfeld gleichermaßen ins Herz geschlossen hat. Immer wieder sucht sie das Gespräch, um ihren Wissensschatz um neue Details zu erweitern. Die Luisenstraße ist dabei eine Konstante geblieben, denn in kaum einer anderen Ecke Wuppertals werden die Kontakte so intensiv gepflegt.

 

Romantischer Ausblick am Stadtrand

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Über Felder hinunter in die Stadt – der Weitblick, den Stadtführerin Regine Rasche auf ihrem Lieblingsweg hoch über Nächstebreck genießt, erinnert an längst vergangene Zeiten. So wanderten Heine, Goethe oder Eichendorff durchs Land, nur dass die Städte zu ihren Füßen gerade erst ins Industriezeitalter aufbrachen. Ein lebenslustiger junger Wuppertaler hat den großen Aufbruch miterlebt und in Briefen darüber berichtet: Friedrich Engels.

Bei Stadtrundgängen erinnert Regine Rasche an ihn, aber auch an andere Größen aus dem Tal der Wupper. Stadtrundfahrten bieten für sie die guten Gelegenheiten, die enge Bebauung und das viele Grün zu präsentieren. Mit erstaunten Gästen „kaiserlich“ durchs Tal zu schweben, ist auch für sie ein großes Vergnügen.