Wir über uns / Stadtführer

Stadtführer im Porträt

14 Stadtführer sind für die Wuppertal Marketing GmbH im Einsatz, um einheimischen sowie auswärtigen Gästen die Besonderheiten des Tals zu zeigen – ob bei einer Schwebebahnfahrt im Kaiserwagen, im historischen Omnibus oder bei einem Spaziergang durch die Stadt. Auf dieser Seite finden Sie demnächst alle Porträts unserer Stadtführer und erfahren, was sie an Ihrer Heimatstadt besonders mögen und wo sie am liebsten unterwegs sind. Seien Sie gespannt!

Seit Kaiserzeiten in der Blüte der Jahre

© WMG/ Görgens

Vom Kaiserwagen bis zum Kaiserbesuch liebt Stadtführerin Melanie Schöppe alles, was Wuppertals wilhelminische Vergangenheit ausmacht. Wilhelm II. war im Oktober 1900 nach Elberfeld gekommen – drei Monate zu spät, um dort noch die Einweihung der Stadthalle auf dem Johannisberg zu erleben.

Was er im Tal der Wupper sah, quoll über vor Prunk. Die Spuren des damaligen Reichtums sind geblieben und lassen auch junge Menschen staunen. 2004 war Melanie Schöppe als 20-jährige und damit jüngste Stadtführerin ins Team der Wuppertal Marketing GmbH aufgenommen worden.

Ihr Herz hängt am Stadtteil Elberfeld, seinen Anekdoten und seiner Architektur. „Wuppertal war mal eine sehr reiche Stadt und besitzt viele schöne Ecken“, sagt sie und möchte dies gerade auch den Studierenden vermitteln, nachdem sie selbst hoch über der Historischen Stadthalle an der Bergischen Universität studiert hat.

Schulterschluss mit der guten Seele der Stadt

© WMG/Görgens

Das rundliche Mädchen an der Alten Freiheit ist eine Kunstfigur, erdacht von dem Dichter Otto Hausmann, der am Beispiel der Mina Knallenfalls das Leben des Elberfelder Proletariats aufzeigen wollte. 

Von der Künstlerin Ulle Hees in Bronze gegossen, hat Mina allerdings ein Eigenleben entwickelt. Auch für den Stadtführer Jürgen Holzhauer ist sie Geschichte zum Anfassen und Exempel für bergische Lebensart geworden. 

Als Elberfelder Göre mit waschechtem „Dickkopp“ trotzt sie allen Widrigkeiten und steht unbeirrbar für das Potenzial der Stadt. 

Ob Kneipentour oder Sonntagsrunde – wenn es sich eben einrichten lässt, hakt sich Holzhauer kurz bei Mina ein, um Energie für seine Stadtführung zu tanken. Und meistens trifft es sich, dass gerade ein guter Bekannter vorbeikommt und Neues aus der Stadt berichtet.

Schwebend die Welt erleben

© WMG/Görgens

Zu den Phänomenen der Schwebebahn gehört, dass sie sich an den Endstationen Verschnaufpausen gönnt. 

Vohwinkel, das schon lange vor dem Bau der Bahn als Drehscheibe diente, ist deshalb der bequeme Einstieg für Fahrten mit dem einzigartigen Verkehrsmittel. Stadtführerin Claudia Brenke liebt Vohwinkel aber auch als Wohnquartier, in dem man engen Kontakt zu den Menschen pflegen kann. 

Die Schwebebahn erschließt ihr von dort die weiteren Lieblingsplätze in der Stadt, darunter besonders die alten Arbeiterquartiere mit den Backsteinfabriken und den hohen Mietshäusern der Gründerzeit. Im Gespräch mit den Menschen sammelt sie dort Stadtgeschichte, wie sie nicht in Lehrbüchern steht. Aus diesem Repertoire schöpft Claudia Brenke das Material für Stadtführungen der individuellen Art.

Immer aufwärts denken

© WMG/Görgens

Treppen sind für den Stadtführer Johannes Schlottner ein Sinnbild Wuppertals. Schließlich existieren in der Stadt Tausende von Stufen. 

Am Fuß der 1904 gebauten Vogelsauer Treppe befinden sich die Bayer-Werke, das Elberfelder Heizkraftwerk und die ehemalige Küpper-Brauerei. Die dort tätigen Fabrikanten gaben den Bau von Treppen in Auftrag, damit die Arbeiter ohne zeitraubende Umwege zu ihrem Arbeitsplatz gelangten. 

Stufen und Fabrikschlote sind damit Teil der Wuppertaler Industriegeschichte, die Schlottner fasziniert. Ganz nah an Volkes Stimme, hat er 15 Jahre lang Bürgerfunk gemacht und arbeitet derzeit als Verlagsvertreter für den Wuppertaler Born Verlag, der Otto Hausmanns sozialkritische Figur „Mina Knallenfalls“ auf den Markt brachte. Schlottner führt am liebsten die Touren, bei denen er geschichtliche Zusammenhänge darstellen und dabei Fakten in humorvoller Weise vermitteln kann.

Mediterrane Leichtigkeit am Sitz des Rates

© WMG|Görgens

Als Barmerin findet es Anke Brinkmann nur passend, wenn Wuppertals Rathaus eben nicht in Elberfeld steht. 

1808 hatte Barmen die Stadtrechte erhalten, 100 Jahre später wurde mit dem Bau des klassizistischen Rathauses begonnen, das schließlich wegen seiner Dimensionen Sitz des gesamten Wuppertaler Rates wurde. Kolonnaden verleihen dem Vorplatz ein südländisches Flair, auch wenn die Säulengänge angesichts des bergischen Klimas nicht zwingend als Sonnenschirm dienen müssen. Auf diesem weitläufigen und belebten Platz fühlt Anke Brinkmann sich wohl. 

Eine Stadtführung macht sie dort nicht, sondern begleitet lieber die Gäste des Kaiserwagens, aus dessen Fenstern Wuppertal in einer ganz anderen Perspektive erscheint. „Mit den Kostümen und in der gepflegten Atmosphäre ist es ein bisschen so wie im Theater.“

Wo Katzengold noch seinen Wert hat

© WMG/Görgens

Familiär und herzlich ist die Atmosphäre in der Luisenstraße, die den Besuchern Wuppertals als Herz der Altstadt gilt, auch wenn das wirklich alte Elberfeld an ganz anderer Stelle lag.

Auch Beate Haßler erlebte Wuppertal einst mit den Augen einer Fremden. In Siegen geboren, besaß sie nur wenige Kenntnisse über die Stadt, als sie 1989 eine Stelle im Presseamt annahm.

Inzwischen ist sie eine versierte Stadtführerin, die Barmen und Elberfeld gleichermaßen ins Herz geschlossen hat. Immer wieder sucht sie das Gespräch, um ihren Wissensschatz um neue Details zu erweitern. Die Luisenstraße ist dabei eine Konstante geblieben, denn in kaum einer anderen Ecke Wuppertals werden die Kontakte so intensiv gepflegt.